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Die Apokalyptischen Reiter in der Paarbeziehung

Apokalyptische Reiter

01.07.2021 – Sogenannte Apokalyptische Reiter sind ein bekanntes und nicht zu unterschätzendes Phänomen in der Parbeziehung. Wenn Bindung und Wachstum im Widerspruch zueinanderstehen, gibt es Konflikte. Dann haben wir schlichtweg keine Balance, das Beziehungskonto ist nicht ausgeglichen, und die „Bank“, bei uns meist zuerst der Körper, fordern Kontoausgleich.

Geschieht das nicht in Kooperation aller im System Beteiligten, tauchen in einer Beziehung oft Apokalyptische Reiter auf. Wenn sie bemerkt werden, wenn sie im Anreiten sind – der Legende nach anfangs gemächlich, dann zum Trab übergehend – gibt es meist noch eine Chance, die Kommunikationsstörungen zumindest wahrzunehmen und sie zu bremsen.

Dazu braucht es jedoch beide Partner, die sich zum Beispiel über ihre Erfahrungen austauschen, ohne dass einer das als Angriff auf sein mangelndes Selbstwertgefühl – basierend auf Mangel, der nur selbst erfüllbar ist – unbewusst interpretiert. Solange einer von beiden seinen Mangel vom anderen erfüllen lassen möchte oder diesen gar nicht wahrnimmt, ist es eine abhängige Beziehung. Daraus resultiert ein wichtiger Satz: In einer Beziehung bzw. Verbindung kann ich nicht erwarten, die Liebe zu erfahren, die ich mir selber nicht geben kann.

Apokalyptische Reiter – die fünf kommunikativen Verhaltensmuster

Den Begriff „Apokalyptische Reiter“, angelehnt an die Bibel, wo sie in der Johannes-Offenbarung den nahenden Weltuntergang ankündigen, übertrug US-Beziehungswissenschaftler John Gottman auf Beziehungen, basierend auf fünf kommunikative Verhaltensmuster einer Partnerschaft. Wenn diese Reiter ins Sichtfeld kommen, ist dies nicht gleich das Aus einer Beziehung. Doch sollten beide Partner unverzüglich an ihrem Verhalten arbeiten, um den weiteren Verlauf einer guten Zweisamkeit nicht zu gefährden.

Der erste Reiter heißt Kritik. Entscheidend dabei ist, dass zusätzlich zur Kritik etwas Negatives über die Persönlichkeit des anderen geäußert wird. Typische Worte, die da fallen: „nie“, „immer“oder „jedes Mal“. Auf den persönlichen Angriff folgt meistens sofort die Verteidigungsreaktion, der zweite apokalyptische Reiter, der Unheil birgt. Der natürliche Reflex, sich verteidigen zu wollen, kann in der Auseinandersetzung von Paaren gefährlich werden, weil sich der Kritiker u. U. übergangen fühlt, da seine Bedürfnisse nicht ausreichend berücksichtigt werden. Der Kritisierte sollte stattdessen lieber versuchen, den wahren Grund der Verstimmung des anderen zu erfragen.

Kommt es zu keiner Befriedung, droht der dritte Reiter, die Verachtung, heranzugaloppieren. Dann wird es ernst. In dieser Phase einer Beziehung geht es vor allem darum, den anderen bewusst zu verletzen. Ursache sind schon lange bestehende Probleme, die nicht gelöst wurden. Wunden werden bewusst weiter aufgerissen, Salz wird hineingestreut, weiteres Nährfutter für die Verachtung. Bleibt man dennoch zusammen, steht der vierte apokalyptische Reiter bereit: der Rückzug. Der Kritisierte zieht sich schlicht zurück, geht der Kritik aus dem Weg – aber damit auch der Beziehung.

Wenn der 5. Apokalyptische Reiter auftaucht, ist das Ende nah

Taucht schließlich der 5. Reiter auf, werden Ohnmachtsgefühle durch Machtdemonstrationen verdrängt. Anfangs sind sie noch Boten der Gefahr des Unterganges, entweder des Einzelnen mit seinem physischen und psychischen System oder des Kontextsystemes, später dann sind sie der Untergang selbst. Das Interesse am Partner ist vorbei, gegenseitige Rücksichtnahme ist endgültig Vergangenheit.

Viele Maler haben das Motiv ja beeindruckend aufgenommen. Übrigens sind ja auch da die Lösungen drin enthalten, in vielen Darstellungen war das erste Pferd weiß! Der Weg hin zu einem stabilen Selbstwertgefühl (Integration von abgespaltenen Persönlichkeitsmerkmalen) ist also zugleich die Entwicklungschance für eine gesunde Beziehung.

 

 

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