HypnoSystemisches Institut für Aus- und Weiterbildung, Coaching, Supervision und Gesundheitsförderung
Die Botschaft der Störche – mit einem hypnosystemischen Blick
04.09.2026 – Jedes Jahr fahre ich nach Bergenhusen, dem Storchendorf. Mit der Kamera in der Hand beobachte ich meist schon im zeitigen Frühling, wie die Störche zurückkehren, sich an ihre Nester erinnern und sich auf die neue Brutsaison vorbereiten. Mich berührt jedes Mal aufs Neue, wie selbstverständlich diese Tiere ihrem inneren Kompass folgen. Sie kehren zu ihrem Nest zurück, bauen es aus, verstärken das, was sich bewährt hat, nehmen aber die Hilfe der Bergenhusener, die sich bereits vorher um die Nester gekümmert haben, gern an.
Ist das nicht auch eine wunderbare Metapher für unser eigenes Leben!
Auch wir tragen ein inneres Nest in uns – einen Ort aus Erfahrungen, Beziehungen und Ressourcen. Manchmal verlieren wir in herausfordernden Zeiten den Zugang dazu. Hypnosystemisch betrachtet geht es weniger darum, etwas völlig Neues zu erschaffen, sondern den Kontakt zu den eigenen Ressourcen wiederzufinden. So wie die Störche zu ihrem Nest zurückkehren.
So entsteht auch in Beziehungen Entwicklung – ganz so, wie es unsere hypnosystemische Haltung ist
Wenn ich die Storcheneltern beobachte, fällt mir immer wieder ihre Ruhe auf. Sie wechseln sich ab, versorgen die Jungen, schützen sie und geben ihnen gleichzeitig den Raum, sich zu entwickeln. So entsteht auch in Beziehungen Entwicklung – durch Sicherheit, Vertrauen und Wertschätzung. Ganz so, wie es unsere hypnosystemische Haltung ist.
Und dann dieser vielleicht schönste Moment: Die Jungstörche wagen ihre ersten Flugversuche. Unsicher, manchmal tapsig, aber mit jedem Versuch gewinnen sie an Kraft. Die Eltern vertrauen darauf, dass aus guter Fürsorge Selbstständigkeit entsteht.
Wachstum braucht Wurzeln. Freiheit braucht Vertrauen. Loslassen ist oft kein Abschied.
Vielleicht ist das eine der wichtigsten Botschaften, die die Störche uns schenken. Wachstum braucht Wurzeln. Freiheit braucht Vertrauen. Und Loslassen ist oft kein Abschied, sondern ein liebevoller Ausdruck von Glauben an die Fähigkeiten des Anderen.
Jedes Mal, wenn ich Bergenhusen verlasse, nehme ich mehr mit nach Hause als schöne Fotos. Ich nehme die Erinnerung mit, dass die Natur uns leise an etwas erinnert, das wir im Alltag leicht vergessen: Wir tragen bereits vieles in uns, was wir zum Wachsen brauchen. Manchmal genügt es, wieder den Weg zu unserem inneren Nest zu finden.
Fotos: © Iekohsa
Weitere Beiträge
Die Ressourcen, die du brauchst,
findest du in deiner eigenen Geschichte.
Milton Erickson